Wie so oft ist die Entwicklung eines Menschen wohl in seiner Kindheit begründet. Aufgewachsen im ländlichen Bereich, umgeben von Wiesen, Bauernhöfen mit allerlei Getier, war der Zugang zum natürlichen Umgang mit Tieren die sicherlich logische Folge. Durch meine Heirat und Erziehung der Kinder blieb der Wunsch nach einem eigenen Hund längere Zeit unerfüllt. Und als dann endlich der ersehnte Hund zu uns ins Haus kam, war es eine Irish-Setter Hündin, die über vierzehn Jahre mit uns lebte.  Mit meiner Hündin Nadine, ( Winner Amsterdam, Niederländischer Champion, VDH- Champion, Bundessiegerin), begründete ich dann meine langjährige aber dennoch kleine Irish-Setter Zucht.

 

Aber ihre Tochter Blossom, die wir aus dem B-Wurf behielten, war von der ersten Sekunde ihres Lebens an mein Ein und Alles. Und diese wunderbare Hündin starb dann  unerwartet mit gerade sieben Jahren an Knochenkrebs. Das war der traurige Anlass, mich von dieser liebenswerten  Rasse in züchterischer Hinsicht zu trennen. Aber  ein Leben ohne Hundzucht? Für mich auf jeden Fall unvorstellbar!  
 
 
Groß, mächtig, langhaarig und zottig! Das war 1989. Der gewaltige Unterschied zum Setter zeigte sich nicht nur im äußeren Erscheinungsbild sondern auch im Wesen des Briard's. Umdenken in der Erziehung sowie in der Hundehaltung waren unumgänglich und wir benötigten schon eine gewisse Zeit, bis mein Mann und ich dann endlich mit den Briards zusammenleben konnten, die unseren heutigen Ansprüchen im sozialen Verhalten gerecht wurden. Das viel zu frühe Abschiednehmen holte uns leider auch hier ein.  Chanel (Foto rechts), die erste Briard- Hündin in unserem Haus, wurde gerade einmal sechs Jahre alt. All diese Erlebnisse zusammen führten dann zu der Rasse, mit der ich heute zusammenlebe.
 
 
Aufgefallen war mir der Schapendoes schon einige Jahren vorher und ich war beeindruckt von seiner Natürlichkeit und seinem lustigen Wesen. Und so holten mein Mann und ich 1996 unseren ersten Schapendoes. Passend für diese Situation gaben wir dieser kleinen Hündin den Namen „ Nouvelle“. Und sie war dann auch all das was man sich nur wünschen konnte. Ein munterer Hund, lustig und neugierig und wenn sie am Morgen die Augen öffnet, steckt sie voller Energie und  meint, die ganze Welt gehöre nur ihr. Das ist eben ein Schapendoes und dieser Hund begeistert mich jeden Tag auf's neue.
 
 
Der erste Wurf in der Schapendoes- Zuchtstätte Libertin’s fiel 1999. Es war schon ein Wagnis, eine zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch kaum bekannte Rasse zu züchten.Die Interessengemeinschaft Schapendoes steckte noch in den „Kinderschuhen“ und diente nicht wie heute als Plattform für die Welpenvermittlung. Aber wir wagten es, denn wer wie mein Mann, vor allem jedoch  ich, vom Virus Hundezucht befallen ist, lässt sich durch nichts aufhalten. Wir hatten Glück und in einigen Abständen folgten dann in den nächsten Jahren weitere Würfe in unserer Zuchtstätte.
 

Außerdem fanden sich Welpenerwerber, die aus lauter Spaß an der Rasse Ausstellungen mit den Hunden aus der Zucht Libertin’s besuchten. Siegertitel wie Bundesjugendsieger,  Belgischer Champion, Winner Brüssel, VDH-Champion, Internationaler Champion, Niederländischer Champion wären ohne diese begeisterten Hundebesitzer nicht möglich gewesen. Auch hier noch einmal mein herzliches Dankeschön dafür. Mit besonderem Stolz erfüllt mich auch der Rüde Libertin’s Asterix, der unter der Führung seiner ambitionierten Besitzerin als Rettungshund arbeitet. Und natürlich all die Hunde, die als Bereicherung glücklich  innerhalb einer Familie leben. Höhen und Tiefen in der Zucht lagen  allerdings auch hier nah beieinander. Wenn aber die Bereitschaft dazu besteht, so schöpft man aus all diesen Ereignissen Kraft für die weitere züchterische Entwicklung.

 

 

 

Mehr als drei Jahrzehnte Hundehaltung sowie Hundezucht mit sehr unterschiedlichen Rassen hinterlassen Erfahrungswerte, auf denen man sich auf keinen Fall „ausruhen“ darf. Die Veränderung innerhalb der Gesellschaft, die Entwicklung der Gentechnik sowie Erkenntnisse medizinischer Forschungen sind auch an der Hundezucht nicht spurlos vorbei gegangen. Genpool- genetische Vielfalt- Gentest, um nur einige Begriffe zu nennen, sind heute sehr entscheidende Aspekte und fordern eine ganz andere Betrachtungsweise bei der Planung sowie Umsetzung einer gezielten Rassehundezucht.  

 

Auch nach dem Tod meines Mannes im Jahr 2005, in all den Jahren war er Begleiter und ruhender Pol an meiner Seite, habe ich eines auf keinen Fall verloren:

Die Freude am Geschöpf Hund und eine große Portion Neugier auf all das was noch  kommt.   

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