Die Suche nach einer guten Welpenschule
|
||
|
Der Besuch einer Welpenschule für das neue Familienmitglied ist wichtig. Das brauch man nicht zu diskutieren, denn das ist allen Beteiligten klar. Nur, wie findet man sie? Das ist die große Frage, denn das Angebot ist groß und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es oft ist, etwas wirklich Geeignetes zu finden. Was mir selbst und auch bei den vielen Berichten meiner Welpenerwerbern in der letzten Zeit besonders auffiel, ist der Trend, innerhalb kürzester Zeit in die wenigen Übungsstunden alles hinein zu packen was nur eben möglich ist. War früher der Unterricht auf Sozialisierung und erste altersgemäße Grundübungen ausgerichtet, wird heute eine Vielzahl von anderen Aktivitäten mit den Welpen samt Hundebesitzern absolviert. Aber wichtig ist am Anfang dieser neuen Mensch- Hund Beziehung vor allem die Förderung einer beidseitigen Vertrauensbildung. Darauf lässt sich dann alles Weitere aufbauen, egal welchen Ausbildungsweg der Hund zu guter Letzt mit Ihnen gehen soll! Als Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Welpenschule wird Ihnen der unten folgende Bericht sicher helfen. Elfi Herrenbrück
|
||
WelpenschuleWenn man heute im Bekanntenkreis erzählt, dass demnächst ein Hundewelpe in der Familie Einzug hält, verläuft das Gespräch meist anders als früher. Wenigstens einer der Zuhörer wird fragen: „Habt ihr auch schon eine passende Welpenschule gefunden?“ Erfreulicherweise ist das Bedürfnis, seinem Hund einen guten Start ins Leben zu bieten und artgerecht zu erziehen, größer geworden. Doch für einen Laien ist es manchmal recht schwierig zu durchschauen, was für seinen Hund nun das richtige ist. Man sollte systematisch an die Sache herangehen und folgende Dinge rechtzeitig klären:
Beginnen wir mit dem ersten Punkt: Wann sollte ich mich in einer Welpengruppe anmelden? Leider ist es oftmals so, dass bei mir das Telefon klingelt, der Anrufer unbedingt meine Welpengruppe besuchen möchte und bei näherem Nachfragen sich herausstellt, dass der „Welpe“ schon fünf Monate alt ist. Hier ist der klassische Fall gegeben, dass man erst versucht, Rat einzuholen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, und der Welpe eben kein Welpe mehr sondern ein Junghund ist, der schon ziemlich viele Flausen im Kopf hat. Pech für Hund und Besitzer – denn die ersten Fehler sind bereits passiert und können nur mühsam wieder ins Lot gebracht werden. Also einen Welpen besitzen Sie ca. bis zur 18. Lebenswoche ihres Vierbeiners. Und in dieser Zeit sollte er eine Welpengruppe mit Hunden in seinem Alter besuchen dürfen. Für Sie natürlich wichtig zu wissen, denn das klappt meistens nur, wenn Sie sich bereits vor dem Einzug ihres Kleinen um eine Gruppe bemüht haben! Und wenn Sie Ihren Hund schließlich mit acht oder zehn Wochen nach Hause geholt haben, geben Sie ihm maximal ein paar Tage Eingewöhnungszeit und dann ab ins pralle Leben und in den Kindergarten! Jeder verschenkte Tag ist einer zuviel... Damit kommen wir zur zweiten wichtigen Frage: Wo finde ich denn überhaupt eine Schule? Denn inzwischen gibt es sehr viele davon, aber nur wenige sind wirklich geeignet. Am besten Sie fragen erst einmal die Tierärzte in Ihrer Nähe und Freunde oder Bekannte, die einen Hund besitzen. Manchmal erhält man da bereits den richtigen Tipp. Als nächstes kann man im Internet nachschauen. Dort gibt es mehrere Listen mit Angeboten. Doch Vorsicht: Nehmen Sie nicht sofort die nächstbeste Schule! Wenn Sie rechtzeitig mit ihrer Suche begonnen haben, werden Sie auch die Zeit finden, sich zunächst einmal ohne Hund in verschiedenen Schulen vorzustellen und einen ersten Eindruck zu gewinnen. Denn damit kommen wir zum letzten und wichtigsten Punkt! Was sollte ich von einer Welpenschule erwarten? Eine gute Gruppe muss nämlich einiges zu folgenden Kriterien unbedingt erfüllen:
Gruppengröße: Eine Welpengruppe darf nicht mehr als 8 bis 10 Hunde umfassen, wobei dies schon wirklich die Obergrenze sein sollte. Der Leiter muss stets den Überblick behalten können und seine Schüler während des Spiels und der Übungen im Auge haben. Herrscht in der Gruppe dagegen das reinste Chaos, sitzen vielleicht die einen verängstigt in der Ecke, während andere Hunde fortwährend die Gruppe terrorisieren, ohne dass jemand eingreift, drehen Sie sich auf der Stelle um und gehen nie wieder hin! Umgangston: Achten Sie auf die Stimmung in der Gruppe! Ist der Ton freundlich, aber konsequent? Wird vom Leiter immer wieder auf einige wichtige Situationen hingewiesen (z.B. „Rufen Sie ihn am besten jetzt! Ihr Freddy schaut gerade in Ihre Richtung.“)? Gibt der Leiter Antworten, wenn er etwas gefragt wird, was die Teilnehmer bedrückt (z.B. „Er frisst immer unsere Tulpen ab – was mache ich denn da?“). Hunde wie Menschen müssen gerne zur Welpengruppe gehen! Gelände, Zeiten, Ausrüstung: Wichtig ist natürlich auch das „Drumherum“. Wenigstens einmal die Woche sollte die Stunde statt finden. Zur Ausrüstung gehören optische und akustische Reize wie Tunnel, Folien, Regenschirme, Klingeln, Rattern, Bälle, Wippe etc. Dieses Equipment muss natürlich nicht alles vollständig vorhanden sein, aber es wäre schön, wenn man merkt, dass der Leiter sich seine Gedanken macht und an Beispielen praktisch demonstrieren kann, wie man Welpen an neue Dinge heranführt. Wichtige Fragen wie z.B. „Wie verhalte ich mich, wenn mein Welpe Angst zeigt?“ können so geklärt werden. Der Platz, auf dem die Gruppenstunde stattfindet, ist am besten eine eingezäunte Wiese, die für Fremde nicht zugänglich ist. Das kann ein Garten sein oder ein Hundeplatz oder ein einsames Firmengelände am Wochenende.
Spielphase Eine Unterrichtsstunde lässt sich unterschiedlich aufteilen, aber ich habe ganz gute Erfahrungen mit abwechselnd zweimal ca. 10 Minuten Übungsphase und zweimal ca. 10 Minuten Spielphase gemacht. In der Spielphase sollten die jungen Hunde frei miteinander kommunizieren dürfen. Sich jagen, umwerfen, übereinander kugeln und gemeinsam Dinge entdecken. Bald werden sich Freundschaften bilden und Konflikte ausgetragen. Ein gut ausgebildeter Leiter weiß sehr genau, wann es Zeit wird einzuschreiten und die jungen Wilden zu zügeln, die über die Stränge schlagen. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt, der auf keinen Fall fehlen darf. Niemals mehr ist es so einfach, einem Hund klar zu machen, was er sich leisten darf und was nicht. Sehr interessant zu beobachten ist auch immer das Zusammentreffen von völlig unterschiedlichen Hunderassen. Sie lernen jeweils vom anderen für sie neues Hundeverhalten! Und das ist das, was ihr junger Hund für sein weiteres Leben braucht. Positive Erfahrungen sammeln mit Hunden aller Rassen!
Erziehung Ihre Erziehung setzt in der Sekunde ein, in der Sie Ihren jungen Hund mit nach Hause nehmen. Deswegen ist es auch so wichtig, sofort und ohne Verzögerung mit den wichtigsten Erziehungspunkten zu beginnen. Helfen kann Ihnen dabei auch die Welpengruppe. Hier sollte ein Welpe lernen, Pause vom Spiel mit seinen Freunden zu machen und sich auf seinen Besitzer zu konzentrieren. Nebenbei lernt er an lockerer Leine zu gehen, sich auf Kommando hinzusetzen und zu legen. Er begreift, dass wenn der Boss „Nein“ sagt, man tunlichst das auch befolgen sollte (z.B. das Schweineohr liegen lassen). Er soll auf Ihr freundliches Rufen kommen und auf Ihr „Lauf“ darf er sich wieder trollen. Er erobert mit Ihnen zusammen den Weg über die Wippe oder das Kriechen durch den Tunnel.
Sie wissen nicht, wie das alles geht? Eben, Sie lernen in einer guten Welpengruppe mindestens ebenso viel wie Ihr Hund. Wenn nicht mehr! Denn zur Erziehung gehört eine ganze Menge und die Zeit läuft Ihnen davon. Lassen Sie sich zeigen, wie man mit einem Hund spielt, wie man ihn motiviert und lobt. Das lernt man nicht durch die Lektüre eines Buches, obwohl dies die ideale Ergänzung sein kann!
Der Besuch einer Welpengruppe sollte nur der Anfang einer Hundeerziehung sein. Ein Junghund und auch der erwachsene Hund stellen noch ganz andere Ansprüche an ihre Besitzer. Trotzdem sollte Ihnen als Welpenbesitzer klar sein, dass die Zeit, die Ihnen und Ihrem Hund in den nächsten Wochen zur Verfügung steht, nicht wieder aufgeholt werden kann. Nutzen Sie sie sinnvoll und lernen Sie gemeinsam für eine hoffentlich lange, schöne und harmonische Mensch-Hund-Beziehung!
Copyright by Daniela Tschepe, Hundetreff Schelsen, Mönchengladbach
|
||