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Aufzucht eines Einzelwelpen


 

Resûmee der letzten Wochen

 

Ich habe sehr viel gelernt!!

 

Am 25.10. 2016 kam in meiner Zuchtstätte der T- Wurf zur Welt! Ein Wurf mit einem einzigen Welpen, das Wort Wurf ist da wirklich schon reichlich übertrieben! Ist aber passiert und nun ging es darum das Ganze zu bewältigen. Aber ich berichte einfach mal von Anfang an, wie und welche Probleme dabei zu beachten und zu guter Letzt auch bewältigt werden mussten! Aber man wächst ja an seinen Aufgaben, so heißt es ja, oder? Und es ist ja auch immer wieder die Praxis, von und aus der wir zu guter Letzt lernen. Und das habe ich wirklich in den letzten Wochen. Ich habe eine Mutterhündin so kennen gelernt wie nie zuvor und mir blieb manchmal nichts anderes übrig als einfach nur zu staunen. Und zwar, wie sie es schafft, sich auf außergewöhnliche Situationen einzustellen.

Mir blieb auch nichts anderes übrig, als einen Teil meiner bewährten Aufzuchtmethode der neuen Situation anzupassen. Denn in all den Jahren meiner züchterischen Arbeit stand ich noch nie vor der Aufgabe, einen Einzelwelpen auf ziehen zu müssen. Was muss dabei beachtet werden,  wo sind die Unterschiede, auf die man als Züchter einzugehen hat? Alles Fragen, die mir, auch bei intensivster Suche im Internet, nicht zufriedenstellend beantwortet wurden. Aber hatte ich nicht mal ein Seminar besucht mit Schwerpunkt Hirnentwicklung und frühzeitige Förderung von Welpen?! Ja, war zwar schon einige Zeit her, aber nun konnte ich dieses Wissen speziell in diesem Fall umsetzen. In meinem folgenden Bericht erkläre ich auch warum ich so manches mit dem Kleinen gemacht habe und welches Ziele ich damit verfolgte. Ich besprach mich noch mit meinem TA, auch mit Freunden, die mir einfach nur zuhörten und mir in vielen Bereichen eine große Hilfe waren. 


Aber meine erste Amtshandlung bestand darin, dem Kleinen samt Peggy ein geeignetes Wurflager zu bieten. (Bild links), denn die eigentlich vorgesehene Wurfkiste war ja viel zu groß. Also her mit dem Karton und schon war das erste Problem gelöst!

Das Improvisieren wurde dann auch in den nächsten Wochen der Aufzucht immer wieder ein Thema und so entstanden teilweise recht lustige Lösungen zur Bewältigung des täglichen Lebens mit so einem kleinen Knirps.


 Aber ich berichte einfach mal von Anfang an!!


 Da lag er nun, unser T- Wurf, den ich voller Freude erwartet hatte.

 

Er bestand aus einem Welpen, einem Rüden, für den die Geburt alles andere als leicht war. Aber er war glücklicherweise stark, es war eine reine Freude für mich, ihn im "Wurflager" mit all seiner Aktivität zu beobachten.

Das Bild links zeigt den Eindruck der ersten Tage. Peggy ging in ihrer Rolle als Mutter vollkommen auf, es war mehr als  berührend.


 

Aber es gab bei diesem Wurf so viel Neues zu überlegen.

 

Wie behandle ich denn nun einen Einzelwelpen, der kann nicht einfach so da liegen und basta!!

 

Das geht einfach nicht! Milch bekam er mehr als genug, Nahrung war also nicht das Problem. Aber ein Welpe, der ohne Anstrengung an alles kommt? Wie soll er später, erwachsen, damit zurecht kommen, denn das Leben läuft nun mal nicht so, da muss man was tun um eine gewisse Zufriedenheit zu erreichen.

 

Sein lautes Schmatzen war nicht zu überhören, er lebte wie im Schlaraffenland!

 


 

Peggy ging es gut, sie war glücklich und nur bei mir, da rotierte es nur so in meinem Kopf!


 

Die unten folgende Überschrift wurde dann in der nächsten Zeit zu meinem ersten Motto erklärt!

 

Du strengst dich jetzt einfach mal an, mein kleiner Dicker!

 

So wurde er dann von mir regelmäßig von der Zitze genommen. Um an seine so geliebte Nahrungsquelle zu kommen, blieb ihm nichts anderes übrig, als sich so richtig anzustrengen. Himmel, was hat der kleine Kerl gemeckert!

Das Ganze nennt man Frustrationsaufbau! In einem Wurf mit mehr Welpen ist das voll kommen normal und gehört zum Groß werden dazu. Aber hier musste  diese Situation  künstlich von mir nach gestellt werden.


 Alles in allem war seine Gewichtszunahme schon recht bemerkenswert. Kleiner, wo soll das enden, solche Bemerkungen hielten ihn nicht davon ab, sich weiterhin eine kleine Speckschicht anzufuttern. Hielt man ihn in der Hand, so fühlte er sich so wunderbar warm und prall an, es war die reinste Wonne! Auf jeden Fall hatte er innerhalb weniger Tage, schon Rekordverdächtig, sein Geburtsgewicht verdoppelt. Und Peggy war in ihrer Mutterrolle auch nicht zu bremsen!  Sie lag im Wurflager bei ihrem Kleinen wie eine Glucke auf ihren Eiern. Selbst wenn sie sich lösen musste, geschah das nur unter Protest, sie war kaum von ihrem  Kleinen weg zu bekommen!


Dazu muss ich sagen, dass alle meine Hündinnen schon recht früh wieder zu kurzen Spaziergängen mit genommen werden.

 

Peggy war gar nicht begeistert davon, aber Bewegung konnte ihr nur gut tun. Und das war, abgesehen von der speziellen Behandlung des Welpen, wieder ein Problem, das es zu lösen gab!


 

Denn was mache ich in der Zwischenzeit mit dem Welpen?

Er liegt da so alleine und sagen wir doch mal so:

Uns Menschen blutet bei diesem Anblick doch das Herz! Kein Mensch weiß auch genau, ob dieses alleine im Wurflager liegen für den Welpen eventuelle negative Auswirkungen hat. Gut, er kennt es ja nicht anders, für ihn ist das vollkommen normal und man wird auch niemals einen im Wurflager liegenden Einzelwelpen nach seinen Geschwistern suchend herum kriechen sehen. Das ist nur bei Würfen mit mehreren Welpen zu beobachten. Verliert dort ein Welpe den Kontakt zu seinen Wurfgeschwistern, wird er sofort aktiv und versucht durch Bewegung wieder Anschluss zu finden. Es wäre natürlich falsch, daraus einen Sozialbezug zu den Geschwistern abzuleiten. Dieses Verhalten resultiert aus reinem Selbsterhaltungstrieb, der suche nach Wärme, mehr ist das in dieser Entwicklungsphase nicht. Gut, gehen wir mal davon aus, einem Einzelwelpen fehlt dieses Kontaktliegen wirklich nicht, ich konnte trotzdem nicht anders, hatte ihn oft unter meinem Pullover, gab ihm so zusätzliche Körperwärme. Er spürte so meine Atmung, vernahm meinen Herzschlag ich hatte auch das Gefühl, er empfand das als angenehm. Warum also das Risiko, dass Vereinsamung doch zu Schäden bei so einem kleinen Wesen führen könnte. Und so ließ ich mir so einiges einfallen....    

 

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Da war dann zuerst einmal eine künstliche Wärmequelle, mal eine kuschelig eingepackte Wärmeflasche, dazu ein Plüschhund mit Herzschlag. Ja, so was gibt es wirklich, der klopfte zusätzlich noch laut und spürbar im Wurflager, so konnten die kurzen Momente, die Peggy mal nicht bei ihm lag, überbrückt werden. Etwas später habe ich ihn dann in einer speziellen Tasche kurzer Hand einfach mit genommen, Auto fahren hat er deshalb schon recht frühzeitig kennen gelernt.  


  Ja, so ein Einzelwelpe stellt nun mal ganz andere Bedingungen bei der Aufzucht und ich musste mir was einfallen lassen!!  


 Erst einmal musste ich mir vor Augen führen, wo liegt denn nun der Unterschied. Es ist doch nicht nur der einzelne Welpe, nein, es ist eine vollkommen andere Situation innerhalb des Wurflagers. Hier gilt es, eventuell später auftretende Wesensbeeinträchtigungen von Anfang an auszuschließen.

 Das Bild links zeigt einen Wurf mit, sagen wir einfach mal, normaler Wurfstärke. Auch wenn die Augen noch geschlossen sind, ihr Gehör ebenfalls, es ist immer Bewegung in so einem Gewusel.    


  Sie verspüren Kälte und Wärme, der Geruchssinn ist schon passend entwickelt, alles Sinne, um das eigene Überleben zu sichern, sich im Konkurrenzkampf um die ergiebigste Zitze zu behaupten.  Diese Situation im Wurflager hat ein Einzelwelpe aber nun mal nicht. So wurde er von mir mehrfach täglich von der Mutterhündin weg gelegt, so dass er auch mal, Wärme suchend, aktiv in Richtung Gesäuge robben musste. Ich habe mit diesen Aktionen versucht, fehlende Stresssituationen für ihn her zu stellen.  Ab dem dritten Lebenstag begann ich deshalb noch mit einer Frühzeitigen neurologische Stimulation nach Dr. Carmen L. Battaglia, als Zielgebung stand hier ebenfalls das Erreichen einer höheren Stressresistenz.     




Ihn nicht vereinsamen zu lassen wurde bei mir zur Tagesaufgabe erklärt. Hier ist er bei der Arbeit in der Küche dabei. Entweder er lag in seinem provisorischem Wurflager oder wie oben links zu sehen, "als Welpe in der Spüle" mitten drin!

 

Er war so süß, schaute mir zu, weg konnte er nicht, ich hatte ihn mit einem Bändchen am Wasserhahn befestigt!

 

Not macht eben erfinderisch!!

    Und die Mutterhündin zeigt ebenfalls ein der Situation angepasstes Verhalten!    


  Zu beobachten war auch das Phänomen, dass sich eine Mutterhündin sehr viel intensiver um einen Einzelwelpen kümmert. Ist zwar wunderbar, trotzdem können selbst aus diesem mütterlichen Verhalten wieder neue Probleme entstehen. Denn wie ein mahnendes Damoklesschwert schwebte der Zeitpunkt der Trennung über diese Verbindung, Mutterhündin von ihrem Welpen, über uns. Ich musste Not gedrungen gegensteuern, Peggy, öfter als ihr lieb war, vom Kleinen trennen. Mein Ziel war eine sanfte Entwöhnung und Trennung der Beiden. Wer nicht den normalen Ablauf bei der Welpenaufzucht kennt, wundert sich vielleicht und fragt sich, warum denn Trennung? 


  Es ist aber so, dass normalerweise Hündinnen sich schon recht früh von ihrem Nachwuchs lösen, sie beschäftigen sich nur zu bestimmten Zeiten des Tages mit ihnen. Geht es in der ersten Zeit ausschließlich um die Ernährung, also um's Säugen des Nachwuchses, stehen später dann die sozialen Aspekte im Vordergrund. Sei es, um ihnen artgerechtes Benehmen bei zu bringen oder auch oft recht wilde Spielzeiten mit ihnen zu verbringen. Aber den größten Teil des Tages verbringen Welpen eigentlich unter sich. Das lässt sich immer so schön beobachten: Da liegt die Mutterhündin und schaut ihrem Nachwuchs zu, greift nur ein, wenn es ihr absolut notwendig erscheint! Hier hatten wir aber eine ganz andere Situation, denn der Kleine war alleine. Hätte ich nicht eingegriffen, Peggy hätte sich den gesamten Tag mit dem Kleinen beschäftigt. Dann kommt er, der Tag der unausweichlichen Trennung und was ist dann? Es wäre ein Desaster für die Mutterhündin gewesen und für so einen kleinen Welpen erst recht. Er lernte deshalb schon sehr früh, sich auch alleine zu beschäftigen, genoss aber auch die herrlichen Spielzeiten mit Sissi.




 Wie oben schon erwähnt, Welpen spielen sehr viel mit einander und Langeweile kommt da erst gar nicht auf. Ihr Spiel ist aber wenig konzentriert, schnell gehen sie zu anderen Aktionen über und ich stand vor der Aufgabe, mir ständig etwas Neues einfallen zu lassen. Aber, trotz meiner Bemühungen, die Beschäftigungsmöglichkeiten im Haus sind da recht schnell erschöpft, ich nahm ihn deshalb schon frühzeitig zu Spaziergängen mit.

 




   So lernte er mit knapp sieben Wochen schon unseren Wald kennen, kletterte über Äste und stampfte mehr als tapfer durch das Laub. Am Anfang zögernd, aber dann recht mutig machte es ihm so richtig Spaß. Bei ihm war danach Tiefschlaf angesagt!! Und bei uns mal eine verdiente Pause!   Ja, es galt während der gesamten Aufzuchtzeit Lösungen zu finden für die unterschiedlichsten Situationen, von denen die Meisten eigentlich vollkommenes Neuland für mich waren. So auch die Sache mit der Fütterung.  Peggy war die absolute  Übermutter mit viel Milch! Sämtliche von mir dem Kleinen angebotenen Mahlzeiten ließ er einfach stehen, bei Mama war es so viel einfacher und so lecker!  Ich tat's nicht gerne, aber auch hier blieb einfach nur die stundenweise Trennung der Beiden. Der Erfolg gab mir Recht, er gewöhnte sich mit fast sechs  Wochen!!! auch an eine regelmäßige Fütterung von mir.    




 Trotzdem, er fraß  eher langsam, er hatte ja keine Mitstreiter um das Futter! Deshalb musste auch ein gesunder Futterneid erst einmal künstlich hergestellt werden.

 

Meine große Hilfe am Anfang dieser Umstellung war mal wieder:  Klein Sissi! Die gemeinsamen Mahlzeiten mit ihr spornten den Kleinen an und ruck zuck war sein Schüsselchen leer geputzt! Der Schnüffelteppich half auch noch, er war Beschäftigung und förderte zusätzlich noch eine natürliche Konkurrenz um die angebotene Mahlzeit.  

Denn da ging's um die Wette, wer hatte denn nun die meisten der kleinen Bröckchen gefunden. Wer keinen altersmäßig passenden Hund hat, ich denke, da geht's auch mit der Mutterhündin.

Habe ich auch ausprobiert, teilweise standen sie sogar zu dritt an der Schüssel.

 Da sieht man mal wieder: Es geht doch nichts um belebende  Konkurrenz!

 

  Das gemeinsame füttern der Beiden habe ich bist fast zum Ende der Aufzuchtzeit durchgeführt, denn das kennt man ja:

Gemeinsam schmeckt's immer besser! 




Die Bilder oben zeigen den Kleinen mit ca. sieben Wochen und rückblickend kann ich nach den Wochen der Aufzucht eines/ meines Einzelwelpen  voller Überzeugung sagen, dass er, im Vergleich zu anderen von mir aufgezogene Welpen, in vielen Bereichen weiter entwickelt war. Als ein Beispiel möchte ich seine frühzeitige Sauberkeit nennen. Wer meine Aufzucht kennt, der weiß auch, welchen großen Wert ich auf die Erziehung zur Stubenreinheit lege, deshalb gibt's bei mir für Welpen immer ein "Hundeklo". Ließ sich diesmal aus praktischen Gründen nicht durchführen, aber meine Sorge, was seine "Stubenreinheit" betraf, war vollkommen unberechtigt, denn mit sieben Wochen hatte ich einen fast sauberen Hund. Er ging zur Türe, kratzte sogar, machte auf sich aufmerksam. Nachts schlief er, bis auf eine Unterbrechung, schon durch, konnte in diesem Alter seine Blase sowie den Darm erstaunlich gut kontrollieren.

 

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Er war auch sonst sehr selbständig, ich führe es darauf zurück, dass er sämtliche Neuerkundungen, die ja sonst mit den Wurfgeschwistern erlebt werden, vollkommen alleine durchlaufen musste. So störte es ihn auch nicht, alleine in seinem Körbchen zu schlafen. Das Bedürfnis zum Kontaktliegen zeigte er ausschließlich Menschen gegenüber, obwohl er in der gesamten Sozialisierungsphase (Prägephase) die positiven Seiten des Zusammenlebens mit Artgenossen kennen gelernt hatte.  Er musste sich eben von Geburt an alleine behaupten und Wunsch und Ziel von mir war es, aus ihm, trotz dieses Umstandes, einen selbständigen, munteren Schapendoes zu machen.


Das alles wurde er, mit unserer Hilfe, aber auch, weil er als Spielkameraden Sissi hatte.  Das war mehr als eine glückliche Fügung, denn groß werden ohne einen altersmäßig passenden Artgenossen, es wäre mehr als traurig für ihn gewesen!  Sie war für ihn Partner für die so wichtigen "Kampfspiele", bei denen außer dem herrlichem Rumbalgen auch Muskeln, Sehnen und Gelenke trainiert werden.

 

Es waren mit die wunderbarsten Momente in dieser Zeit für mich, den Beiden bei ihrem Spiel zu zuschauen. 

Er lernte durch sie welpengerechtes Spiel, da gab es keine Sieger oder Verlierer und wie oft konnte ich beobachten, dass der Kleine Oberwasser hatte. Sissi war da einfach Gönner und ließ ihm sein "Erfolgserlebnis". Mal war er unten, mal war es Sissi und so spielte Sissi oft gönnerhaft die Unterlegene.




 Ja, Sissi war in dieser Zeit eine Bereicherung für den Kleinen wie auch für mich! Klar, alleine lassen konnte man sie nicht,  ihr Spiel wäre viel zu rau und wild für so einen Welpen gewesen, trotzdem, es half bei der Sozialisierung des Kleinen sehr.

Sie zeigte ihm so manche "Unart", aber sind die "Großen" nicht dafür da?!

Auf jeden Fall war es das reinste Vergnügen, den Beiden beim Spiel zu zu schauen!


Mit Mutter Peggy ließen sich herrliche Verfolgungsjagden nachspielen und ich war dafür da, ihm bei den Beißspielen Grenzen zu zeigen, die es nicht zu überschreiten galt. Nicht zu vergessen: "Mutter Rabiata", die bei dem kleinen Prinzen den nötigen Respekt auf erschreckend kompromisslose Hundeart einforderte! Ja, wir alle bemühten uns, je nach Rangstellung, sehr um den kleinen Wicht.  So schlief er auch, von der siebten Woche an bis zu seinem "Abholtermin", als wenn ich einen Welpen bei mir behalte würde, neben meinem Bett. Meistens sogar bis morgens fünf Uhr und da ich zu den Frühaufstehern gehöre, war das eine passable Zeit für mich. Also, der Tag fing früh an für uns und meine restlichen vierbeinigen Schätzchen schauten mich oft verwundert an, rollten sich demonstrativ in ihren Hundebetten zusammen als wollten sie sagen: Was soll das, es ist doch noch stockdunkel draußen!! Sie ließen sich vom Tohuwabbadoo  am frühen Morgen nicht aus der Ruhe bringen! Trotzdem hatte ich oft das Gefühl, sie sehnten sich nach  unserem Alltag mit all den Aufmerksamkeiten zurück, an die sie so gewöhnt waren.


Aber der Kleine ging nun mal vor und so konzentrierte sich alles auf ihn und seine Entwicklung. Und er genoss diese Zuwendungen, egal, ob es sich um die Spaziergänge handelte oder um meine kleinen zusätzlichen Unternehmungen, zum Beispiel der Besuch in der Genossenschaft oder Baumarkt.  All das absolvierte er mit staunenden Augen und voller Interesse.  Man kann sich vorstellen, wie so ein Welpe beim Einkauf ankommt: Ach wie süß, wie alt ist der denn! Dazu muss man sagen, er hatte zur Wurfabnahme ein Gewicht von fast 4390 Gramm, wirkte im Einkaufswagen wie ein netter Knuddelbär. 


Ja, ja, ich gebe es ja zu, ein bisschen Speck hatte er zum Ende der Aufzuchtzeit schon angesetzt, aber ich war doch froh, dass er sich zum Ende der Aufzucht, auch ohne die ständige Unterstützung von Sissi, zu einem recht guten Fresser entwickelt hatte.               




  Wie man an den Bildern oben sieht, er hatte sich schon gut eingerichtet. Spielen, danach ein Schläfchen auf dem Sofa, was will so ein kleiner Mopps denn mehr?            


  Aber unaufhaltsam kam er: Der Tag der Wurfabnahme und der nun in Sicht gerückte Termin des Abschieds! 

   

Der kleine Kerl war mir, bedingt durch die intensive Zeit der Aufzucht, natürlich sehr an's Herz gewachsen. Als ich dann am Tage des Abschied's da stand, ihm und seiner "neuen  Familie" nachwinkte, dann tat ich das mit mehr Wehmut als sonst bei der Abgabe eines Welpen. Aber trotz dieser Traurigkeit, ein gewisses Gefühl der Erleichterung war auch in mir zu spüren. Denn wenn ich so zurück blicke, waren es mehr als acht Wochen, in denen dieser liebenswerte, kleine  Kerl unser aller Leben bestimmte, besser ausgedrückt, auf den Kopf gestellt hatte. Auch wenn  manches in meinen Berichten recht spaßig klang, oft stand ich mitten im Chaos, musste selbst herzhaft darüber lachen und jedem Leser dieses Beitrages  kann ich nur voller Ehrlichkeit sagen:

 

Ohne meinen Humor wäre ich oft an die Grenzen meiner Belastbarkeit gestoßen!!

 

Wer will es mir deshalb verdenken, nach dem Abschied die dafür vorgesehene Flasche Schampus zu öffnen, mir zu zuprosten mit dem Satz:

 

 

Mach's gut mein Kleiner!  



Danke auch für die tatkräftige Unterstützung der Menschen, die den kleinen "Tomke" so heißt er nun, als neues Familienmitglied aufgenommen haben. Was mich ganz besonders freut: Er zieht gar nicht weit weg von mir, so habe ich das Glück, ihn regelmäßig wieder zu sehen und kann auch an seiner weiteren Entwicklung teil nehmen.


  Nachdem ich diesen Bericht geschrieben habe, ist ja nun schon einige Zeit vergangen. Er ist in der Zwischenzeit zu einem, sagen wir einfach mal, Prachtkerl heran gewachsen. Er gleicht übrigens sehr seinem Vater Floris und erinnert mich in vielen Bereichen auch an seinen Großvater Libertin's Dino. Ein wenig stur und auf eine liebenswerte Art auch sehr eigensinnig. Aber er ist bei Hundemenschen, die das nicht als unangenehm ansehen, sondern es als "typisch Schapendoes" ja schon kennen.





 

Ich habe in dieser Zeit alles was ich an Erfahrungen hatte für ihn gegeben und nun kann ich nur hoffen, es war genug für den kleinen Kerl.

 

Mit diesem letzten Resümee über den T- Wurf bei den Libertin's, der mal ganz anders ausfiel als sonst, verabschiede ich mich bis zum nächsten mal.

"Danke" allen Lesern, die meine Berichte in meinem damaligen Welpenblog verfolgt und auch kommentiert haben, ihr Interesse hat mich einfach sehr gefreut!

Die vielen Mails und Anrufe zu diesem Thema zeigten mir auch, wie auch Züchter anderer Rassen sehr oft vollkommen unvorbereitet vor einer solchen Aufgabe stehen und für jede Hilfe dankbar sind. Und vielleicht bringt mein kleiner Bericht mit den von mir gemachten Erfahrungen einfach ein wenig Hilfe bei der Aufzucht eines Einzelwelpen!  


Urheberrechte bitte beachten.

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